Heute Morgen ist etwas Unglaubliches passiert: während ich meinem Kind den Schlafanzug aus- und ihm das Hemd anzog, ging mir Jackson von Johnny Cash durch den Kopf. Und ich sang es der Kleinen ein wenig vor (“…I’m goin’ to Jackson, I’m gonna mess around, Yeah, I’m goin’ to Jackson, lalalalalalaaaa…”).
Ich hätte es zu diesem Zeitpunkt sooo gerne gehört. Per Kopfhörer, im Radio, auf CD, egal, Hauptsache gehört. Ich ging zum Radio, ich hoffte auf ähnlich gute Musik (im Bad ist immer SWR1 drin, deshalb stehen die Chancen darauf gut), ich drehte das Rädchen, ich hörte “…we’ve been talkin’ ’bout Jackson, ever since the fire went out.
I’m goin’ to Jackson…”. Mir fiel die Kinnlade herunter. Whoohoo! Und ich konnte es kaum glauben.
War das jetzt Zufall? Oder wie? Dieser Vorfall hat mir den Tag nachhaltig versüßt.
Werbung gerade für Technikzeugs kommt seit Jahren gerne aggressiv-pöbelnd und leider total negativ daher.
OBI bläst zur “SSV-Attacke”, die von Saturn präsentieren uns den günstigen Laptop als “NEIDERZEUGER” und postulieren stets lauthals “WIR HASSEN TEUER!”. Bei freenet macht “Olga… die Preise platt!” und Saturn hat “die stärkste Technik” und das auch noch “gnadenlos günstig!”
Bravo!
Aber meine Damen und Herren hinter den kleinen Tischchen in der Marketingabteilung: das nervt! Entgegen euren Erwartungen finden viele eure geistreichen Auswüchse gar nicht geil.
Mit euren Aggro-Botschaften punktet ihr höchstens bei pubertierenden Unterschichtskindern. Vom ganzen Rest bekommt ihr jedoch keine Symphatiepunkte für eure Barbaren-Werbung. Schließlich bringen mir die Medien doch Tag für Tag genügend Hiobsbotschaften ins Haus, um für mindestens drei Monate depressiv zu werden. Da brauche ich den Kampf um höher, schneller, weiter, negativer nicht noch in der Werbung.
Ich will mehr Positives sehen. Und dann zieht Werbung vielleicht auch bei mir.
Ironie hat auch seine Grenzen. Die ist bei mir erreicht, wenn ich bei ebay zum wiederholten Male von verschiedenen VerkäuferInnen mit ausländischem Hintergrund auf völlig normale Fragen nach dem genauen Zustand eines Artikels eine superpatzig-ironische Antwort erhalte. Seltsamerweise passiert mir das immer nur bei Verkäufern mit nicht-deutschen Wurzeln. Sind die etwa besonders angreifbar? Oder eher angriffslustig? Wohl beides.
Heute lief das exakt so:
Heute morgen kam mir irgendwie der Satz “Sie können das gern mit meinem Anwalt ausmachen” in den Sinn (war ich etwa gereizt?) und ich musste spontan an den Ärzte-Song denken, aus dem diese Zeile ursprünglich stammt…
Jiiiiha!
Als ich neulich durch den Canyon ritt,
da folgten mir Indianer und die waren zu dritt.
Ich gab meinem Hengst die Sporen,
doch sie kriegten mich und ich war verloren.
Zwei hatten Pfeil und Bogen und einer ein Beil,
und ich wusste die war’n auf meine Kopfhaut geil.
“Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier!
Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier!”
Wir kamen in ihr Dorf und da sagten sie zu mir,
sie sagten:
“Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier!”
Jiiiiha!
Kein Wunder, dass ich dies indiskutabel fand
und ich sagte: “Meine Herren, dies ist ein freies Land!
Sie können das gern mit meinem Anwalt ausmachen.”
Da fingen die Rothäute an zu lachen.
Sie erklärten, meine Meinung wäre ihnen scheißegal
und sie banden mich an den Marterpfahl.
“Du kannst gehn, aber deine Kopfhaut bleibt hier!
Du kannst gehn, aber …”
Heute wurde ich im dm-Markt Zeugin eines Gesprächs zwischen der Verkäuferin und einer älteren, äußerst übellaunigen Kundin:
“Ich brauche Nudeln. Aber man muss sie mit Soße essen können.” Verkäuferin (zeigt ihr ein Paket Bandnudeln): “Da haben wir diese hier.” Kundin: “Nein, natürlich ohne Ei!”
Verkäuferin (greift zu einer anderen Packung): “Wie wäre es mit den italienischen Bandnudeln? Die sind ohne Eier.” Kundin (lauernd): “Aus was sind die denn? Sind die auch tatsächlich ohne Ei?” — “Ja, die sind aus Hartweizengrieß und garantiert ohne Ei.” Kundin (immer noch lauernd): “Wie teuer sind die denn?”
Zu Nelson Mandelas einundneunzigstem Geburtstag am 18. Juli 2009 sammelten die Mädels und Jungs von Zoopy, einer südafrikanischen social media community, in den Straßen von Johannesburg Glückwünsche für den Jubilar.
Möge Madiba noch ein paar Jährchen in Frieden und Liebe in der Regenbogennation leben können.
Geärgert habe ich mich. Und zwar über eine Packung Babykekse, die wir von wohlmeinenden Verwandten für unsere Maus geschenkt bekommen hatten. Es war wirklich gut gemeint und sie konnten ja nicht wissen, dass die Kleine von den Inhaltsstoffen noch lange nichts sehen und schmecken wird.
Um genau zu sein, habe ich mich darüber geärgert, wie Eltern durch die Industrie in die Irre geführt werden, was sie ihrem Baby zu Essen geben sollen und wie solch ein Sch… auf der Packung auch noch als wertvoll angepriesen wird.
Bei den Keksen handelt es sich um “Baby Keks” von Hipp (sinnigerweise wieder mal ohne den Bindestrich, echt peinlich), eine Marke, mit der ich bislang nur Positives verbunden hatte. Bislang.
Ich habe ja in meiner doch eher kurzen Mama-Laufbahn eine Menge gelesen über die “Ersatzmilch” in Dosen. Man kommt ja nicht wirklich drum herum um die ganzen Erklärungen, welche Art von Pulver man welchen Babys in welchem Alter geben soll. In jedem Elternratgeber und jeder Babyzeitschrift sind sie zu finden.
Heute war ich im dm vor dem Babybrei-Regal gestanden. Gleich daneben Reihen von sogenannter Ersatzmilch. Ich habe mir mal die Zutatenliste eines solchen Produktes angeschaut. Und eines kann ich vorweg nehmen: niemals kann bei diesem fragwürdigem Pulver-Mix von Muttermilchersatz gesprochen werden. So eine industriell hergestellte Brühe kann nie die beste und natürlichste Babynahrung ersetzen.
Am Samstag, fünf Minuten vor Ladenschluss, habe ich den ausführlichsten Kurantrag inklusive Kratzfotos der Maus und Kopien der Fachklinikum-Borkum-Informationsbroschüre zur Post gebracht.
Jetzt liegt es an der Rentenversicherung, ob wir bald die absolut notwendige Reha für unsere Haut bekommen werden. Seit Ende April habe ich nun schon versucht, die geeigneten Anträge für die Maus und mich zu bekommen. Es war ein harter Kampf. Unglaublich, dass ich trotz aller Widrigkeiten die Nerven behalten und das Ding durchgezogen habe.
Angefangen hat es mit unserer Krankenkasse, der KKH, deren Sachbearbeiter mir zuerst eine Mutter-Kind-Kur ausreden wollte (!) und mich fragte, ob wir es denn schon ambulant versucht hätten (?!). Kein Witz. War tatsächlich so.