Mogelpackung
Jan 2nd, 2009 Posted in Peru | no comment »“Peruanischer Bio-Naturjoghurt? Supa!”, dachte ich mir, als ich im Kühlregal hier in Arequipa die von mir heißgeliebte Milchspezialität entdeckte.
“Peruanischer Bio-Naturjoghurt? Supa!”, dachte ich mir, als ich im Kühlregal hier in Arequipa die von mir heißgeliebte Milchspezialität entdeckte.
Endlich stellt sich Urlaub ein. Es hat lange gedauert, bis bei mir das passende Gefühl dazu kam. Jetzt ist es da.
An einem für hiesige Verhältnisse kühlen Dezembernachmittag sitze ich in einem Vorort von Arequipa und schaue aus dem Fenster.
Es ist angenehm ruhig im Haus. Die Kinder schauen Fernsehen, also dudelt auch kein Radio in überhöhter Lautstärke Cumbia-Musik. Bestens geeignet zum Entspannen.
Heute hat es zum ersten Mal geregnet. Nicht mehr lange und die Grasfelder, die um das Haus herum liegen, sind richtig schön grün. Unser Nachbar treibt gerade die Kühe vom Feld in den heimatlichen Stall, weiter hinten zuckelt ein Bus die Straße entlang Richtung Arequipa. Auf der einen Seite türmt sich eine Kette riesiger Felshügel auf, auf der anderen Seite der Misti, ein schlafend
er, aber durchaus als aktiv eingestufter Vulkan. Ich sehe unseren Hof, links und in der Mitte die beiden Fußballtore, hinten links den Hühnerstall, aber die Hühner sind anderswo unterwegs.
Mitten im Hof liegt Miski, die älteste der beiden Hunde, beim Nickerchen. Chiki, ihr mittlerweile ausgewachsener Sohn, schläft in seiner Hütte. Jochen wäscht unten am Wasser die Wäsche von Hand.
Sehr schön. Schließlich kann ich leider, leider diese Aufgabe Dank meiner Hautsituation nicht übernehmen. Im Hintergrund zwitschern einige Vögel.
Sehr friedlicher Nachmittag.
Selbst Amalia, die kleine Schratze, liegt ruhig in ihrem Gitterbettchen und sabbert ihre Rassel an.
Er spricht von verantwortungsvollem Wandel und von einem kargen, einem volksnahen Staat ohne ueppige Gehaelter und sonstige Frivolitaeten. Alan Garcia ist der Sieger der peruanischen Praesidentschaftswahl, die vor zwei Tagen stattfand. Und wie alle frisch gewaehlten Machthaber verspricht auch er Dinge, die zu halten es ihm sehr schwer fallen duerfte.
Die bemitleidenswerten PeruanerInnen mussten sich dabei vorgestern in einer Stichwahl nur zwischen zwei Uebeln entscheiden. Wie sagt meine peruanische Freundin Jacqui so schoen: “Beide sind katastrophal und werden dem Land schaden”. Deshalb war wohl fuer Viele Ungueltig-Waehlen die Alternative, schliesslich ist es Pflicht, seine Stimme abzugeben.
Irgendwie bin ich erleichtert, dass sich der militaerbesessene Humala mit seiner Idee, das Inkareich wieder auferstehen zu lassen, nicht durchsetzen konnte.
Bei den Praesidentschaftswahlen sind inzwischen die meisten der Wahlbezirke ausgezaehlt und es steht mal wieder fest, dass nichts feststeht. …
Die einstige Favoritin Lourdes Flores liegt inzwischen an dritter Stelle hinter dem dem Linksnationalisten Ollanta Humala und dem Ex-Praesidenten Alan Garcia. Aller Voraussicht nach wird es Anfang Mai zu einer Stichwahl kommen.
Eine Alternative scheint das peruanische Volk indes wirklich nicht zu haben: Lourdes steht eher in der konservativ-kapitalistischen Ecke und wird von George W. Bush (zumindest ideell) unterstuetzt, der autoritaer-nationalistische Humala gilt als US-Kritiker und war 2000 an einem bewaffneten Militaerputsch beteiligt und Alan Garcia brachte von 1985-1990 als Praesident die Wirtschaft Perus auf den Tief- und den Terror auf den Hoehepunkt (u. a. soll er an der Toetung von Gefangenen in Gefaengnissen beteiligt gewesen sein).
Ganz ehrlich: diese Entscheidung wollte ich nicht treffen muessen! Siehe auch Fizlibuzlis Blog
Allillanchu,
heisst “hallo” und ich muss mir wohl gerade das letzte Restchen Quechua aufwaermen, das mir noch bleibt, denn ich befinde mich in einer voellig anderen Welt und beginne, Pichigua und die Anden zu vermissen. Vorerst…
Hola,
heute, 22. Januar, setze ich mich ein letztes Mal zur Comunidad Cristiana dazu, die sich wie jede Woche donnerstags abends von sieben bis zehn Uhr in unserem kleinen Salon trifft. Ich bin nur die letzte Stunde dabei, denn laenger halte ich das ehrlich gesagt nicht aus. Bisschen eintoenig. Und fast alles auf Quechua.
Nun denn, sie verabschieden mich ganz lieb. Silos, der Vater von Fany und Yhasmani – zwei unserer Erstkommunionkinder – haelt eine kleine Ansprache. Ich solle dieses kleine Dorf mit dem grossen Herzen nie vergessen. Ihre Gedanken seien immer bei mir. Und die Comunidad Cristiana sende die bruederlichsten, herzlichsten Gruesse nach Deutschland.
Habt ihr das alle gehoert? Fuer euch.
Hallo,
hier kommt also wie versprochen eine weitere Geschichte, dieses Mal von den Apus, den Berggeistern. An einem Donnerstag laufen wir los. Unser Ziel ist die Comunidad namens Moro, wo Aniseto mit seiner Familie lebt. Unter einer Comunidad muss man sich eine Siedlung vorstellen, kleiner als ein Dorf, mit teils weit verstreut liegenden Haeusern.
Erick, Jacqui, Angel und ich nehmen drei Liter Limonade, gekochte KArtoffeln und eine Sosse mit, sozusagen als Gastgeschenk, damit wir nicht mit leeren Haenden ankommen. Natuerlich hat Angel seinen nervtoetenden, Huayno-dudelnden Radio dabei, der mir irgendwann sowas von auf die Nerven geht, dass ich ihn am liebsten in die naechste Schlucht werfen moechte.
Hallo aus Peru,
so langsam neigt sich meine Zeit in Pichigua dem Ende zu. Aber noch ist es ja nicht so weit. Inzwischen ist der Fluss gut angeschwollen. Durch den heftigen Regen der vergangenen Naechte ist aus dem Baechlein ein brauner Strom geworden.Claudia ist immer noch in Lima, sodass wir viel freie Zeit fuer uns haben.
… morgen werden wir uns freun…
Ja, hoffentlich werden wir uns freun, wenn wir nicht im selbstgemachten Weihnachtsstress untergehen. Wir haben Besuch: Annette, eine Franzoesisch-Schweizerin, die in Lima wohnt, eine alte Bekannte von Claudia, ist ueber die Feiertage bei uns im Haus. Zusammen mit ihrer Hilfe bereiten Jacqui und ich das morgige Doppelfest vor. Weihnachten und Claudias Geburtstag. Ein Christkind!
Hallo und viele weihnachtliche Gruesse!
Inzwischen brennt schon die dritte Kerze auf unserem Adventskranz ab. Und waehrend ihr wohl alle schon dem (Vor-) Weihnachtsstress verfallen seid, von einem Laden zum anderen hetzt, um Geschenke zu kaufen, oder in anderen Faellen demnaechst mal langsam zu ueberlegen anfangt, was ihr wohl euren Lieben unter den Baum legen koenntet (ganz liebe Gruesse an Marius
, geht auch unser Leben hier weiter — nicht ganz so hektisch, aber doch mit ziemlich viel Vorweihnachtsarbeit.