Das im Maerz 2004 in ganz Irland eingefuehrte Rauchverbot in Pubs, Cafes und Restaurants zeigt erste Wirkungen. Studien zufolge sei nicht nur die Konzentration von teilweise Krebs erregenden Schadstoffen in der Kneipenluft dramatisch zurueckgegangen, sondern auch Klagen ueber Rachenreizungen und geroetete Augen.
Das kommt nicht nur den Gaesten, sondern auch dem Personal zugute, das zuvor immerhin mehrere Stunden taeglich im blauen Dunst arbeiten musste.
All das Gebloeke vorher war umsonst. Die Pubs sind voll wie eh und je. Mit dem kleinen Unterschied, dass Raucher sich nach draussen bequemen muessen um eine zu glimmen, dies aber gerne in Kauf nehmen. Es ist wunderbar, wenn man nach dem Kneipenbesuch nicht nach kaltem Rauch riecht.
Auch in Deutschland sprechen sich derzeit viele Menschen fuer eine rauchfreie Gastronomie aus. Leider verhallen die Wuensche der Rauchgegner bislang noch unerhoert in den vielen Kneipen, deren BesitzerInnen Umsatzeinbussen aufgrund eines drohenden Rauchverbotes fuerchten.
Ich sage so etwas ja nur ungern, aber: In Irland, Frankreich und Italien funtioniert es doch auch…
Wer haette das gedacht: Anderes Jahr, gleiches Phaenomen.
Wie letztes Jahr schon, war St. Patricks grosser Tag auch in diesem Jahr wieder sehr schattig. Die Touristen haben bis heute mit einem Mix aus Sonnenschein, Regen, Wolken, Graupelschauer und heftigem Wind zu kaempfen, waehrend sie mehr oder weniger dick vermummt, zumindest aber mit Handschuhen und dicker Jacke, durch Dublin stiefeln.
Fuer irische Erdenbewohner gilt wohl wieder mal ein anderer Kalender. Vielleicht feiern sie ja (jedes Jahr aufs Neue) zu dieser Zeit ein keltisches Mittsommerfest, das nur die Eingeweihten kennen.
Es ist wirklich klirrend kalt, vor allem in den Naechten. Temperaturen um die Null Grad waeren nicht erstaunlich, denn der Atem wird schon sichtbar.
Einheimischen macht das wenig aus. Heute Nachmittag waren einige ohne Jacke, andere ohne Socken in ihren Schuehchen unterwegs. Sie tragen oft weder Schal, noch Handschuhe. Und richtig schoen warme Stiefel, die fuer dieses Wetter nun mal am besten geeignet waeren, besitzen die meisten wohl gar nicht. Ballerinas sind naemlich viel schicker!
Und der Wind tobt. Und zwar so stark, dass die Stadt das grosse St.-Patricks-Feuerwerk abgesagt hat. Aus Sicherheitsgruenden.
Den Iren ist das Wetter egal. Hauptsache sie koennen Haut zeigen.
Voellig unverstaendlich ist das Verbot des Trocaire-Werbespots in Radio und Fernsehen.
Hier nochmal die Zusammenfassung:
Trocaire ist eine der groessten irischen NGOs und hat sich in seiner diesjaehrigen Fastenkampagne der Beseitigung von Geschlechterungerechtigkeit verschrieben. Diese wurde nun von der BCI, der Broadcasting Commission of Ireland, am 5. Maerz kurzerhand verboten. Angeblich wegen politischen Inhaltes
Heute Morgen, ein unschuldiger Blick auf You Tube und vor mir war es, ganz unerwartet: das Video von Peter, Bjorn and Johns ‘Young Folks’.
Und da kam es plötzlich wieder, dieses Gefühl von Irland…
Obwohl die drei gar nicht von der Insel stammen. Peter Morén, Bjorn Yttling und John Eriksson sind Schweden. Seit 1999 machen sie zusammen Musik und brachten im Frühjahr 2006 ihr drittes Album “Writer’s Block” heraus, aus dem auch obiges Lied stammt.
Während der Zeit in Dublin war “Young Folks” jedenfalls den lieben langen Tag auf MTV zu sehen und lief auch sonst ständig in den Clubs.
(Nice!)O 0 o . . o 0 O (I like the drums!)
Kaum ein Gegenstand ist den meisten von uns inzwischen so furchtbar unentbehrlich geworden wie das Handy.
Auch ich gehoerte einmal zu jenen, die das kleine fiepende, klingelnde oder rappende Ding am liebsten in die Unterwelt verbannt haetten. Aber man gewoehnt sich an vieles, so eben auch an ein mobile, wie es hier doch so schoen heisst.
Kann sich irgendjemand vorstellen, in einer Grossstadt, in der eigentlich alle Verabredungen etc. per Mobiltelefon abgewickelt werden, handylos zu sein?
Ich konnte es nicht. Graus lass nach! Aber es ist doch passiert.
Natuerlich musste es wieder so kommen. Ich habe in nur einer Stunde viele, viele Nerven verloren.
Um 15.35h sollte mein RyanAir-Terminal am Baden-Airport schliessen und ich spaetestens bis dahin eingecheckt haben.
Mein Vater, der mich dorthin bringen sollte, konnte zwar wenig dafuer, zuvor auf diversen Autobahnen in vier Staus gestanden zu haben, wir sind aber trotzdem erst um halb drei von zu Hause losgekommen.
Gestern sind meine Mitbewohnerinnen nach drei Monaten Polenaufenthalt wieder zurueckgekommen. …
Alicia mit Maja und dem Juengsten. Der uebrigens richtig gross geworden ist und den sie in einen ultrasuessen Tigger-Strampelanzug gesteckt haben. Bald wird er krabbeln koennen.
Das Chaos ist also wieder perfekt, die Waerme im Haus steigt stuendlich an (Babys brauchen’s kuschelig) und ich freu mich, dass sie alle wieder da sind. Habe sie vermisst.
Was mir jetzt noch zum Glueck fehlt ist, dass Bord Gais endlich die Gaserneuerungsarbeiten abschliesst (sie mussten heute dafuer bei uns im Wohnzimmer den Fussboden aufbohren, um eine neue Leitung zu verlegen – gluecklicherweise war ich nicht da ) und ich wieder etwas Warmes zwischen die Kiemen kriege.
Immer nur Muesli und “Heisse Tasse” ist auf die Dauer einfach nervig.
Heute ist Tag Nummer drei ohne Gas, was soviel heisst wie keine Heizung, kein Ofen, keinen Pudding, auf den ich mich seit dem Wochenende gefreut habe.
Was mache ich jetzt nur mit all der Milch? (In Irland wird der Kuhsaft meist zweiliterweise verkauft.)
Mir ist gerade mit grosser Traurigkeit klar geworden, dass meine letzten vier Wochen in Dublin angebrochen sind.
Nach dem Karatetraining habe ich mich vor die Bibliothek gesetzt, um meinen Joghurt zu loeffeln. Und waehrend ich so in die untergehende Sonne geblinzelt habe, sind mir diese traurigen Gedanken gekommen.
Bald wird sich dieser Platz wieder mit Studierenden fuellen (nicht mehr mit knipsenden Touristen, die sich unbedingt das Book of Kells anschauen wollen).
Bald wird wieder die alljaehrliche Freshers Week stattfinden.
Nicht mehr lange und die Zeit im Queen of Tarts, meinem gehassten, gleichzeitig aber auch geliebten Arbeitsplatz, wird vorueber sein.
Und ich werde dann zu Hause sein, dort wo ordentlicher, heimeliger Dialekt gesprochen wird (dähoom!).
Ich glaube, man merkt’s mir an, dass ich gerade etwas melancholisch bin…
Wieder einmal eine Situation, die mich mit Bauchgrummeln und Fragezeichen zuruecklaesst. Ich sitze seit heute Morgen als neue Praktikantin im Buerostuhl des Africa Centre in der Abbey Street. Neben mir Mubarak aus Somalia, von Beruf Sales Manager, seit 1995 in Dublin wohnhaft.
Vor einer halben Stunde klopfte es, ein Mann trat ein – zugegeben grauhaarig und daher schon etwas betagter – sah mich an, hielt direkt auf mich zu und fragte mich nach der Telefonnummer einer Andrea, die hier im Hause anzutreffen sein sollte.
Mubarak beachtete er gar nicht.
Natuerlich hatte ich keine Ahnung, was der Herr von mir wollte. Und Mubarak uebernahm auch gleich das Ruder und sprach mit ihm, obwohl es ihm sichtlich schwer fiel, dessen Blick von mir auf sich selbst zu lenken.
Gut, natuerlich steht das nicht auf meiner Stirn geschrieben “Ist neu – hat noch keine Ahnung”. Trotzdem fragte ich zuerst mich selbst und dann Mubarak, was das denn jetzt war und warum und ueberhaupt.
“Du bist weiss. Ich bin schwarz.”
Hm, eigentlich klar. Und die Moral: Weisse aeltere Maenner sprechen lieber mit jungen hellhaeutigen Maedchen, als mit schwarzen Maennern.
(Zu) einfach, aber es trifft – in vielen Faellen – den Nagel auf den Kopf.
Ich haette mich besser beeilen sollen. Stattdessen fuhr mir mein 3-Uhr-Nachtbus vor der Nase weg.
Ich war mit Freunden weggewesen. Und nachdem uns das immer heller werdende Licht in den Kneipen ab halb drei signalisierte, dass sie demnaechst schliessen wuerden, verabschiedete ich mich von den anderen.
Mir reichte es ehrlich gesagt auch mit feiern, da ich verglichen mit dem Rest dieser Party-People stocknuechtern war. Ein zweites Bier zu 4,80 Euro verkniff ich mir ebenso wie den Tequila zu 5 Euro, den sie sich noch reinzogen.
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